hofmusiktage2026

11. Sulzbacher Hof-Musik-Tage 2026

Die Sulzbacher Hof-Musik-Tage bieten die Gelegenheit, an verschiedenen reizvollen Spielstätten der Sulzbach-Rosenberger Altstadt Musik vergangener Jahrhunderte zu erleben.

Dabei wird auch gezeigt, dass die heute gepflegte Praxis der Alten Musik nicht nur eine Angelegenheit professioneller Musiker ist, sondern von diesen an Kinder, Jugendliche und interessierte erwachsene Laien weitergegeben und so in lebendige klingende Musik umgesetzt werden kann.

Lassen Sie sich von virtuosen, humorvollen und zärtlichen Klängen verzaubern, aufregend neu gespielt auf Instrumenten ihrer Entstehungszeit!

 

Eintritt frei

Um möglichst vielen Menschen den Zugang zu ermöglichen ist der Eintritt zu allen Veranstaltungen der Sulzbacher Hof-Musik-Tage kostenlos. Wegen der teilweise beschränkten Platzkapazitäten wird jedoch um Reservierungen unter 09661 510-2300 oder kontakt@sms-suro.de gebeten.

 

Ehemalige SynagogeHistorischer RathaussaalSchloßAltstadtSeidelsaal

Freitag 17. Juli|19:30 Uhr
Ehemalige Synagoge|Synagogenstraße 9

 

Chiaroscuro

Licht & Schatten in der Musik des Barock

 

Ensemble ClaireSombre|Christopher Berensen Cembalo|Leitung Michael Kämmle

 

Die Epoche des Barock schwankt zwischen Lebensfreude und Todesfurcht, dabei wohnt ihrer Musik gleichzeitig eine große Lebendigkeit und Farbigkeit inne. Diese faszinierenden Facetten zwischen Licht und Schatten werden in der Interpretation des Ensembles ClaireSombre mit bis zu vier Travers- und Blockflöten, einfühlsam von Christopher Berensen am Cembalo unterstützt, in der wie für diese historischen Instrumente geschaffenen Akustik der ehemaligen Synagoge eindrucksvoll zum Klingen gebracht, so dass eine berückende Symbiose zwischen Musik und Raum entstehen kann.

 

Johanna Albersdörfer Traversflöte & Blockflöte

Nina Grossmann & Patrick Niesel Traversflöte

Michael Kämmle Bassblockflöte

Christopher Berensen Cembalo

Samstag 18. Juli|16 Uhr
Schlosskapelle St. Nikolaus|Im Schloss 1

 

Nouveau et Surprenant

Kompositionen im Stil des Spätbarock von Chr. Berensen & Arrangements barocker Werke von Michael Kämmle

 

Michael Kämmle Traversflöte & Moderation|Christopher Berensen Cembalo

Ensembles der Städtischen Sing- und Musikschule

 

Die Musiker des 17. und 18. Jahrhunderts waren noch weit davon entfernt, einem Werkbegriff zu huldigen, wie er dann vom 19. Jahrhundert geprägt wurde und heute noch weitgehend Gültigkeit hat. Ihre Musik war ihnen vor allem Material, mit dem sie frei umgingen, und das sie jederzeit den jeweils vorgefundenen Gegebenheiten anpassen konnten, und selbst heute beinahe als sakrosankt geltende Komponisten wie Johann Sebastian Bach arrangierten munter eigene und fremde Werke um etwa aus fürstlichen Geburtstagskantaten ein Weihnachtsoratorium zu basteln.

Entsprechend fühlen sich Christopher Berensen und Michael Kämmle auch auf unterschiedliche Weise dazu aufgerufen, mit der Musik des Barock ähnlich frei umzugehen. Davon, wie mitreißend und überzeugend Berensens Neukompositionen im Stil des Spätbarock in der Interpretation der beiden Musiker klingen, konnte sich ein begeistertes Publikum bereits im Juni in einem besonderen Konzert in der Synagoge überzeugen, und auch in diesem Programm in der selten zugänglichen Schlosskapelle werden wieder Werke von Berensen zu hören sein. Davon wiederum, dass Kämmle besonders geschickt darin ist, Barockmusik immer wieder überraschend und neu zusammenzufügen und zu arrangieren, können nicht nur seine professionellen Kollegen berichten, sondern auch zahlreiche seiner Schüler, und entsprechend werden in St. Nikolaus auch Ensembles der Musikschule das eine oder andere überraschende Arrangement zu Gehör bringen.

Sonntag 19. Juli|15 Uhr
Treffpunkt: Schlossterrasse vor der Städtischen Sing- und Musikschule

 

Hier ist man plötzlich wie in einer anderen Welt …

Ein musikalisch-poetischer Spaziergang um das Sulzbacher Schloss

 

Michael Kämmle Romantische Flöte & Csakan|Andreas Fischer Gitarre

Ensembles der Städtischen Sing- und Musikschule

 

Als der Verleger Friedrich Christoph Perthes 1823 seinen Kollegen Johann Esaias von Seidel in Sulzbach besuchte war er begeistert davon, welch schöne Ausblicke die Gärten um das Schloss bieten und berichtete in seinen Memoiren, man sei dort plötzlich wie in einer anderen Welt. Auch heute erfreuen sich Einheimische wie Gäste am Ausblick von der frei zugänglichen Schlossterrasse oder aus den Fenstern von Musikschule und Bibliothek, aber dass auch heute noch selbst langjährige Bewohner Sulzbach-Rosenbergs das Gefühl bekommen können, in einer anderen Welt zu sein, möchte dieser kleine Spaziergang durch normalerweise nicht zugängliche Bereiche um das Schloss zeigen.

Umrahmt werden die Stationen neben kurzen poetischen und informativen Ausführungen Michael Kämmles mit kleinen musikalischen Kostbarkeiten aus der Zeit des Biedermeier, bei denen etwa eine originale Flöte aus dieser Epoche und der Nachbau eines Csakans, einer damals äußerst beliebten Spazierstockflöte, erklingen werden. Abgerundet wird der Spaziergang durch ein Picknick, bei dem das Team des Café Minerva für das leibliche Wohl sorgt.

 

 

Bei unsicheren Witterungsbedingungen können am 16. und 17. Juli im

Büro der Städtischen Sing- und Musikschule (09661 510-2300)

Informationen über Verlauf und Stattfinden des Spaziergangs erfragt werden.

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Freitag, 19. Juni 2026 | 19:30 Uhr
Ehemalige Synagoge | Synagogenstraße 9

 

Die Flöte reizt in seinen Händen…

Leipzig 1743 – Flötensonaten & Geschichten
von J. S. Bach & J. Fr. Kleinknecht

 

Michael Kämmle Traversflöte & Moderation | Christopher Berensen Cembalo

 

Eintritt Frei!

 

In der Wohnung des heute hochberühmten, aber seinerzeit doch eher berüchtigten Kantor Bach in der Leipziger Thomasschule fanden immer wieder bemerkenswerte musikalische Gipfeltreffen statt. Michael Kämmle, berühmt für sein lebendiges Flötenspiel und berüchtigt für seine hinterlistigen Erzählungen aus der Vergangenheit, berichtet von einem solchen Treffen zwischen dem reifen Thomaskantor und dem noch übermütigen Flötisten Kleinknecht, bei dem die beiden Musiker im Mai 1743 zusammen ihre jeweils zwei (heute so berühmten wie teilweise auch berüchtigten) Flötensonaten in e-Moll und h-Moll gespielt haben könnten. Zwischen den Sonaten und möglicherweise angeregt durch den Genuss geistiger Getränke kommen die Herren Bach und Kleinknecht immer wieder ins Gespräch und erzählen sich bald bemerkenswerte Episoden aus ihrem bisherigen mehr oder weniger abenteuerlichen Leben, immer wieder unterbrochen von ihren illustren Gästen, unter denen sich etwa der noch junge und später so berühmte wie für seine angeblich zu freizügigen Gedichte berüchtigte Ansbacher Student und Dichter Johann Peter Uz sowie ein gewisser Giovannini befanden, der dem einen oder anderen heute vielleicht auch als Der graue Kammerherr bekannt ist.

Unterstützt wird Michael Kämmle in seinem musikalisch-literarischen Gemälde durch den aus Australien stammenden Spezialisten für historische Tasteninstrumente Christopher Berensen, der versucht, den Virtuosen des 18. Jahrhunderts näher zu kommen, indem er ihre Werke nicht nur meisterhaft interpretiert, sondern auch neue Werke in ihrem Stil erschafft. Und so mag es sein, dass nicht nur die Erzählung, sondern auch die Musik, die an diesem Abend im stimmungs- und klangvollen Raum der Ehemaligen Synagoge erklingt, sich zuweilen auf unbekannte und bisher unerhörte Wege begibt …

Samstag, 20. Juni 2026 | 18:00 Uhr
Historischer Rathaussaal | Luitpoldplatz 25

 

Musicalische Tafel-Erlustigung

Konzert mit Orchester- und Kammermusik des Barock

 

Sulzbacher Schloß-Capelle, Projektorchester | Solisten & Ensembles der Städtischen Sing- und Musikschule, Gäste | Leitung Michael Kämmle

 

Eintritt Frei!

 

Zum dritten Mal kommen zahlreiche begeisterte jugendliche und erwachsene Schüler nicht nur aus Sulzbach-Rosenberg und Umgebung, sondern von Musikschulen aus ganz Bayern zusammen, um in einem Workshop intensiv barocke Orchestermusik zu proben. Das Ergebnis dieser Arbeit wird den Rahmen dieses opulenten Konzertes bilden, in dem nicht nur mit einer Suite aus Telemanns Tafelmusik gezeigt wird, was eine Hofkapelle des 18. Jahrhunderts zur Erbauung ihres Fürsten aufbieten musste, sondern mit Werken von Händel, Purcell und Corrette auch Musik aus den Theatern und Opernhäusern dieser Zeit zu hören ist. Darüber hinaus bringen weitere Ensembles und Solisten Alte Musik höchst lebendig zum Klingen und präsentieren dem staunenden Publikum vermeintlich verlorene Perlen einer fernen und doch wieder nahen Epoche.

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